Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

DIE KIRCHE

Weitere typische Bräuche

Der Familienabend: Die Mitglieder der Kirche versammeln ihre Familie wöchentlich - normalerweise montags - um sich, um einander zu unterweisen oder etwas zu unternehmen. Die Familie soll diese Zeit nutzen, um einander näherzukommen.

Die Befolgung des Sabbats: Für die Mitglieder der Kirche ist der Sonntag der Sabbat bzw. der Tag des Herrn - an ihm wird Gott verehrt, und die Arbeit ruht. Nach dem Gottesdienst verbringt man den Rest des Tages in aller Ruhe daheim oder man besucht Freunde oder Verwandte oder tut Gutes.

Die Mission: Eine Mission wird im Allgemeinen im Alter zwischen 19 und 21 Jahren absolviert. Aber auch wer sich im Ruhestand befindet, kann eine Mission erfüllen. Bevor ein Missionar in sein Dienstgebiet reist, spricht er in einer Abendmahlsversammlung über Lehren und Grundsätze des Evangeliums. Dabei sind auch seine Familie und seine Freunde zugegen. Da es keine bezahlten Geistlichen gibt, wird der anderthalb bis zwei Jahre dauernde Dienst von den Missionaren selbst oder von ihrer Familie finanziert. Wenn ein Missionar von seiner Mission zurückkehrt, berichtet er in einer Abendmahlsversammlung über seine Erlebnisse. Auch an dieser Versammlung nehmen seine Familie und seine Freunde teil.

Die Eheschließung: Bei einer im Tempel vollzogenen Eheschließung sind nur wenige Gäste zu der eigentlichen Trauung im Tempel zugelassen. Bei ihnen handelt es sich um Mitglieder der Kirche, die berechtigt sind, den Tempel zu betreten. Die übrigen Gäste schließen sich der Hochzeitsgesellschaft vor dem Tempel an. Nach der Trauung im Tempel lassen sich die Jungvermählten gern auf dem Tempelgelände mit ihren Angehörigen oder guten Freunden fotografieren. Normalerweise findet am Abend der Hochzeit oder einem der folgenden Abende auch ein Empfang statt. Wie dieser Empfang aussieht, hängt ganz von den jeweiligen Landessitten ab - immer aber ist man dankbar und froh, dass eine neue Familie gegründet wurde. Wenn es so Sitte ist und die Familie nichts dagegen hat, bringt man auch Geschenke mit.

Die Beerdigung: Bei den Heiligen der Letzten Tage läuft eine Beerdigung ganz ähnlich wie bei anderen Christen ab. Die Feier wird normalerweise jedoch vom Bischof der Gemeinde geleitet und kann auch in einem Gemeindehaus stattfinden. Im Allgemeinen herrscht dabei eine friedevolle Stimmung, besagt der Glaube doch, dass die Familie nach diesem Leben wieder vereint sein kann. Daher sind Beerdigungen von Hoffnung und manchmal sogar Freude geprägt. Natürlich betrauern die Familie und die Freunde den Verlust, aber sie sind sich bewusst, dass sie eines Tages wieder bei ihren Lieben sein werden. Dieses Wissen ist ein großer Trost. Blumen werden gern angenommen, sofern die Familie nichts dagegen hat und es in dem Land üblich ist.