Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

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GEBOTE

Nach Ansicht der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) stellen Gebote die Richtlinien Gottes für ein rechtschaffenes Leben dar. Gebote werden von Gott durch unmittelbare Offenbarung oder durch seine Propheten gegeben. Schriftliche Aufzeichnungen solcher Offenbarungen befinden sich in den Heiligen Schriften. Gott gibt seinen Kindern Gebote, weil er sie liebt. Er weiß, dass "schlecht zu sein noch nie glücklich gemacht [hat]" (Buch Mormon, Alma 41:10) und dass Gehorsam gegenüber seinen Geboten Freude und Frieden in diesem Leben und ewiges Glück im künftigen Leben nach sich zieht.

Die Mitglieder der Kirche glauben ferner, dass aus den Lehren Christi im Neuen Testament und im Buch Mormon eindeutig hervorgeht, dass es reinigend wirkt, wenn man den Geboten gehorcht. Der Gehorsam bezieht sich dabei nicht nur auf die Taten eines Menschen, sondern auch auf seine Gedanken und Absichten.

Die zehn Gebote

Die grundlegenden Gebote, die Gott zur Zeit des Alten Testaments dem Propheten Mose offenbart hat, gelten auch heute noch für die Mitglieder der Kirche. Diese Gebote, die im 20. Kapitel des Buches Exodus in der Bibel stehen, lauten:

  • Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
  • Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen.
  • Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
  • Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!
  • Ehre deinen Vater und deine Mutter.
  • Du sollst nicht morden.
  • Du sollst nicht die Ehe brechen.
  • Du sollst nicht stehlen.
  • Du sollst nicht falsch ... aussagen.
  • Du sollst nicht nach dem [Besitz] deines Nächsten verlangen.

Alle Propheten seit Joseph Smith, auch der jetzige Prophet und Präsident der Kirche, Gordon B. Hinckley, haben betont, wie wichtig es für den Einzelnen, die Familie und das Gemeinwesen ist, die zehn Gebote zu halten. Auf einige dieser Gebote, besonders auf das, welches manchmal als das "vergessene siebte Gebot" bezeichnet wird, wird heutzutage verstärkt Nachdruck gelegt. Die Mitglieder der Kirche werden daher dazu angehalten, das Gebot der Keuschheit zu befolgen, was sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe und nach der Heirat völlige Treue gegenüber dem Ehepartner bedeutet.

Das Wort der Weisheit

Gott hat im Jahr 1833 Joseph Smith ein Gesundheitsgesetz offenbart, damit wir unseren Körper gesund und leistungsfähig erhalten. Dieses Gesetz ist als das Wort der Weisheit bekannt.

Darin wird gesunder Ernährung und körperlicher sowie geistiger Gesundheit große Bedeutung beigemessen. Außerdem verbietet Gott darin den Genuss von

  • Tabak,
  • Alkohol,
  • Kaffee und schwarzem Tee
  • und illegalen Drogen.

Gott verheißt denjenigen, die das Wort der Weisheit halten, große körperliche und geistige Segnungen. Heute bestätigt die Wissenschaft viele Grundsätze, die Joseph Smith vor fast zwei Jahrhunderten von einem liebevollen Gott erfahren hat. Das Gesetz des Zehnten Der Grundsatz des Zehnten, dass man freiwillig ein Zehntel seines Einkommens für das Werk des Herrn spendet, ist seit der Zeit des Alten Testaments bekannt. Abraham zahlte den Zehnten an Melchisedek (Genesis 14:17-20).

Das Gesetz des Zehnten

Der Herr finanziert seine Kirche durch das Gesetz des Zehnten. Heute zahlen alle aktiven Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage aus freien Stücken ein Zehntel ihres Einkommens als Zehnten. Die Zehntengelder werden zu folgenden Zwecken verwendet:

  • Errichtung von Tempeln, Gemeindehäusern und weiteren Gebäuden
  • Abdeckung der Betriebskosten der Kirche
  • Finanzierung des Missionsprogramms
  • Produktion des Materials, das im Unterricht und in den Organisationen der Kirche verwendet wird
  • Tempelarbeit und Genealogie und zahlreiche andere wichtige Aktivitäten der Kirche
  • Bildungswesen

Als der Herr sein Volk durch den Propheten Maleachi im Alten Testament an dieses Gesetz erinnerte, versprach er, diejenigen zu segnen, die bereit sind, den Zehnten ehrlich zu zahlen (Maleachi 3:10).

Neben den bereits erwähnten gibt es in der Kirche weitere Gebote, die ein bestimmtes Verhalten entweder verbieten oder verlangen. Der Herr hat allerdings deutlich gemacht, dass zu seinen Geboten auch eigenverantwortliches Handeln zählt:

"Denn siehe, es ist nicht recht, dass ich in allem gebieten muss; denn wer in allem genötigt werden muss, der ist ein träger, nicht aber weiser Knecht, und darum empfängt er keinen Lohn.

Wahrlich, ich sage: Die Menschen sollen sich voll Eifer einer guten Sache widmen und vieles aus freien Stücken tun und viel Rechtschaffenheit bewirken;

denn es ist in ihrer Macht, selbständig zu handeln. Und wenn die Menschen Gutes tun, werden sie ihres Lohnes keineswegs verlustig gehen." (Lehre und Bündnisse 58:26-28.)