Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Aus aller Welt - 27. April 2010

Von: Elder A. Riley Cutler, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit im Gebiet Europa

Box-Champion geht auf Mission

 

Gerade noch war Sofie Møholt, 22, im Boxring zu sehen, wo sie links und rechts Schläge austeilte, jetzt zieht sie durch die Straßen von Trondheim (Norwegen) und verkündet die frohe Botschaft des Evangeliums Jesu Christi. Die norwegische Regionalzeitung Adressavisen berichtete erst kürzlich über die junge Medaillengewinnerin, und zwar unter der Überschrift „Sofie Møholt, Boxerin und Missionarin, trifft mit Argumenten“.

Sofie, eine der besten Nachwuchsboxerinnen der Welt, hat ihre Boxhandschuhe vorübergehend abgelegt und schlägt die nächsten anderthalb Jahre auf niemanden mehr ein, sondern erfüllt eine Mission für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Jetzt spricht sie jeden Tag mit anderen über ihren Glauben – aber sie freut sich auch schon auf ihre Rückkehr in den Ring: Sie hofft auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London.

Wie passen die Ziele eines Boxchampions zum Glauben? „Religion und Boxen sind für mich durchaus vereinbar“, soll sie gesagt haben. „Boxen ist eigentlich kein brutaler Sport. Um zu gewinnen, muss man sich vor allem konzentrieren.“

 

Sofie, die aus einer Boxerfamilie stammt, fing schon mit 13 Jahren daheim in Jütland (Dänemark) an, mit ihrem Vater und ihrem Bruder zu trainieren. Da sie schon seit ihrer Jugendzeit trainiert und sich stetig verbessert hat, kann sie mit den besten Boxerinnen mithalten. Dreimal war sie bereits dänische und zweimal skandinavische Meisterin. Sie holte eine Bronze-Medaille bei der Europameisterschaft, und bei der Weltmeisterschaft errang sie Platz 4.

Doch statt täglich zu trainieren, um ihr Können noch weiter zu verbessern, erfüllt sie jetzt für die Kirche eine Mission in Trondheim. Genau wie viele andere junge Missionare der Kirche kommt sie für die Reisekosten und den Lebensunterhalt selbst auf. Mit ihrer Mitarbeiterin lädt sie Menschen ein, zu Christus zu kommen und an seinen Worten genauso viel Freude zu finden wie sie. Sofie erklärt, dass ihre Botschaft darin besteht, „dass Gott uns liebt und dass er einen Plan für uns Menschen hat. Er hat seine Kirche so wiederhergestellt, wie sie zur Zeit Jesu bestanden hat. Deshalb hat er einen Propheten der Neuzeit berufen, nämlich Joseph Smith, der Anfang des 19. Jahrhunderts in Amerika gelebt hat. Er hat das Buch Mormon übersetzt, das für uns eine heilige Schrift neben der Bibel ist.“

Auf die Frage, welche Lehren aus ihrer Boxerlaufbahn ihr bei der Missionsarbeit zugute kommen, antwortet sie: „Man muss sich jeden Tag konkrete Ziele setzen. Als Boxerin bin ich für meinen Kampfgeist bekannt, und davon mache ich auch als Missionarin Gebrauch. Jeden Tag nehme ich mir vor, am Ende des Tages mit meiner Leistung zufrieden zu sein.“

Und wenn man sie fragt, inwiefern ihr Glaube andererseits das Boxen beeinflusst, erwidert sie: „Bevor ich in den Ring steige, bete ich immer im Stillen dafür, dass ich Kraft bekomme. Dem habe ich schon viele Siege zu verdanken.“

Auch wenn sie momentan ganz auf ihre Mission ausgerichtet ist, ist sie sich ganz sicher, dass sie eines Tages wieder im Boxring stehen wird. Ihr Traum ist eine Karriere als Profi-Boxerin.